15. September 2006 Ausgabe 37/2006 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt
Kulturnachrichten

Das Wichtigste der Woche / Fortsetzung

Literatur

Deutscher Buchpreis 2006

Shortlist

   
© Börsenverein

Am vergangenen Dienstag gab die Jury des Deutschen Buchpreises 2006 die lediglich noch sechs Romane umfassende Shortlist bekannt und läutete damit die letzte Runde des am 02. Oktober zu vergebenden Preises ein. Von insgesamt 120 eingereichten literarischen Neuerscheinungen schafften es ins Finale: Martin Walser (»Angsblüte«) und Ingo Schulze (»Neue Leben«), Ilja Trojanow (»Der Weltensammler«) und Katharina Hacker (»Die Habenichtse«), Thomas Hettche (»Woraus wir gemacht sind«) und Sasa Stanisic (»Wie der Soldat das Grammofon repariert«). Im vergangenen Jahr ging der Preis an den österreichischen Autor Arno Geiger für »Es geht uns gut«.

Jazz & Pop

Neues Album von Cat Stevens

Comeback

Nach 28 Jahren meldet sich Pop-Ikone Cat Stevens unter seinem neuen Namen Yusuf Islam mit einem neuen Album zurück. Noch im November dieses Jahres soll »An Other Cup« auf dem amerikanischen Markt erscheinen. Der heute 59-Jährige feierte in den 1970er Jahren mit Hits wie »Morning Has Broken« und »Moon Shadow« weltweit Erfolge. 1977 konvertierte der gebürtige Engländer zum Islam, nannte sich fortan Yusuf Islam und beendete seine musikalische Karriere. 2005 nahm er den Song »Indian Ocean« auf, dessen Verkaufserlös den Opfern der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean zugute kam.

 

Film

Rekord für »Fluch der Karibik II«

Milliardenhürde

So schnell wie kein anderer Film zuvor hat der zweite Teil der Piratenkomödie »Fluch der Karibik« mehr als eine Milliarde US-Dollar weltweit eingespielt. Nur zehn Wochen nach seinem Kinostart nahm der Film, mit Johnny Depp in der Hauptrolle, am vergangenen Wochenende die Hürde, die bisher nur zwei Filme überhaupt überwunden hatten: »Titanic« mit einem Einspielergebnis von 1,8 Milliarden Dollar und »Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs« mit 1,1 Milliarden. Ein dritter Teil der »Fluch der Karibik«-Reihe ist für den nächsten Sommer geplant.

Literatur

Ärger um Schlingensiefs »Animatograph«

Altersbeschränkung

   
© Laberenz

Nach dem Protest eines Vaters haben Mitarbeiter des Jugendamtes Christoph Schlingensiefs Installation »Animatograph« besichtigt, die derzeit im Leipziger Museum der Bildenden Künste Station macht. Nach eingehender Prüfung kam die Behörde zu der Auffassung, »dass die künstlerischen Inhalte und Darstellungen für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ... nicht geeignet sind«. Die Installation des für seine Provokationen bekannten Künstlers zeigt unter anderem eine Performance, in der Hitler und Stalin gemeinsam masturbieren. Schlingensief selbst reagierte mit Unverständnis und nannte die Entscheidung »banal und albern«.

Gesellschaft

Deutscher Kulturrat

25. Geburtstag

Am 14. September feierte der Deutsche Kulturrat seinen 25-jährigen Geburtstag. Im Zuge der Feierlichkeiten wird der Dirigent Daniel Barenboim am 20. September in Berlin mit dem »Kulturgroschen«, der höchsten Auszeichnung des Kulturrates, für sein politisches Engagement bei der Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis geehrt. Der Deutsche Kulturrat wurde am 14. September 1981 in Bonn gegründet und versteht sich als politisch unabhängige Arbeitsgemeinschaft kultur- und medienpolitischer Organisationen und Institutionen von bundesweiter Bedeutung. Ihm gehören heute 210 Verbände an, unter anderem die Deutsche Orchestervereinigung und der Deutsche Bühnenverein.

 

Theater

Ehrung für George Tabori

Neuer Theaterpreis

Als »eine der würdigsten und wunderbarsten Erscheinungen des Theaterlebens« bezeichnete der Deutsche Bühnenverein den Regisseur und Theaterschriftsteller George Tabori und ehrte ihn mit dem erstmals verliehenen Theaterpreis »Der Faust«. Am 24. November wird Tabori die Auszeichnung für sein Lebenswerk in Essen entgegennehmen. Der neu geschaffene Preis des Deutschen Bühnenvereins wird künftig jedes Jahr in acht Kategorien verliehen. Gewählt werden die Preisträger von den 329 Mitgliedern der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. Wie bei der Oscar-Verleihung werden die Namen erst am Abend der Verleihung bekannt gegeben.

sr