1. September 2006 Ausgabe 35/2006 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Kulturnachrichten

Das Wichtigste der Woche / Fortsetzung

Festivals

Bilanz in Salzburg

Rekordjahr

   
© Michael Chlistalla

Das Mozart-Jubiläumsjahr war für die Salzburger Festspiele nicht nur ein künstlerischer, sondern auch und vor allem ein wirtschaftlicher Erfolg. Insgesamt erwirtschaftete das Festival in diesem Jahr einen Gewinn von 1,6 Millionen Euro und konnte damit das erfolgreiche Jahr 2005 noch einmal übertreffen. Mit seinem Jubiläumsprogramm konnte der scheidende Festspielchef Peter Ruzicka in fast allen Bereichen Rekorde erringen. Die Publikumsauslastung stieg auf 94 Prozent, die Einnahmen waren mit 28,38 Mill. Euro wesentlich höher als erwartet. 263.200 Menschen besuchten 237 reguläre Veranstaltungen, General- und Einlassproben.

Literatur

Naguib Mahfus gestorben

Nobelpreisträger

Der ägyptische Literaturnobelpreisträger Naguib Mahfus ist in der vergangenen Woche im Alter von 94 Jahren in Kairo gestorben. Nachdem er nach einem Sturz bereits im Juli ins Krankenhaus eingeliefert worden war, hatte sich sein Gesundheitszustand seit August stetig verschlechtert. 1988 gewann Mahfus als erster Schriftsteller der arabischen Welt den Literaturnobelpreis. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane »Kairoer Trilogie«. Insgesamt schrieb er mehr als 40 Romane, Theaterstücke und Kurzgeschichten. Mahfus war in seinem Land nicht unumstritten: 1994 stach ihn ein radikaler Moslem mit einem Messer nieder.

 

Kunst & Ausstellung

Streit um Homosexuellen-Mahnmal

Populistische Attacke

Das Künstlerduo »Elmgreen & Dragset« hat sich gegen die Kritik der Zeitschrift »Emma« gewehrt. Diese hatte an ihrem Entwurf moniert, »mal wieder die Frauen vergessen« zu haben, und Prominente für eine Unterschriftenaktion zur Änderung gewonnen. Der Vorschlag des dänisch-norwegischen Duos Michael Elmgreen und Ingar Dragset sieht eine blockförmige Skulptur vor. Im Inneren soll eine Kuss-Szene zwischen zwei Männern zu sehen sein. »Warum, um Himmels willen, sollten wir ein Interesse daran haben, Frauen auszuschließen?«, heißt es in der Stellungnahme der Künstler, die sich als Opfer »populistischer Attacken« sehen.

Film

Filmfestspiele von Venedig eröffnet

Auftakt

   
© Maria Schnitzmeier

In Anwesenheit zahlreicher Stars eröffnete die italienische Schauspielerin Isabella Ferrari am vergangenen Mittwoch die 63. Filmfestspiele von Venedig. Als Ehrengäste erschienen unter anderem Scarlett Johansson, die Jury-Präsidentin Catherine Deneuve und der Regisseur Brian de Palma, dessen Film »The Black Dahlia« zugleich den Auftakt des Wettbewerbs um den Goldenen Löwen markierte. Ob der auf einer wahren Begebenheit beruhende Film sich gegen seine 21 Konkurrenten durchsetzen kann, wird sich bei der Preisverleihung am 09. September zeigen. Einen weiteren Höhepunkt des Festivals stellt die Weltpremiere von Oliver Stones »World Trade Center« dar.

Kunst & Ausstellung

Kennedy-Museum in Berlin

Eröffnung

Am 11. November wird in der Berliner Galeria Camera Work am Brandenburger Tor ein Museum mit zahlreichen Exponaten aus dem Privatbesitz der amerikanischen Kennedy-Dynastie eröffnet. Derzeit werden mehr als 1000 originale Fotografien, etwa 10.000 Dokumente und zahlreiche persönliche Dinge der Kennedys von Experten der Galerie auf Echtheit und Ausstellungstauglichkeit überprüft. Dazu gehören auch eine Aktentasche des US-Präsidenten John F. sowie Jackies Pillbox-Hut, den sie bei ihrem Berlin-Besuch zum 15. Jahrestag der Luftbrücke am 26. Juni 1963 trug.

 

Film

Wortmanns WM-Film

Das Rätsel um den Zettel

Knapp 13 Wochen nach der Fußball-WM kommt am 5. Oktober Sönke Wortmanns Film zu dem sportlichen Großereignis in die Kinos. Der Regisseur, der bereits in »Das Wunder von Bern« (2003) seine Fußballleidenschaft unter Beweis stellte, hat die deutsche Nationalmannschaft während des Turniers mit seiner Kamera begleitet. Der Film zeigt unter anderem die Kabinenansprachen des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann, beobachtet die Spieler beim Training oder im Hotel und lüftet zudem das Geheimnis um den ominösen Zettel, den Torwart Jens Lehmann vor dem Elfmeterschießen gegen Argentinien zugesteckt bekam.

sr