2. Juni 2006 Ausgabe 22/2006 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Kulturnachrichten

Das Wichtigste der Woche

Film

Wim Wenders erhält »Pour le mérite«

Exklusiver Zirkel

   
© Rita Molnár

Filmregisseur Wim Wenders ist am vergangenen Montag als neues Mitglied in den Orden »Pour le mérite« aufgenommen worden. Der Orden für Wissenschaft und Künste wurde 1842 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. gegründet und 1952 von Theodor Heuss wieder belebt. Träger des »Pour le Mérite« waren unter anderem der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy, der Forschungsreisende Alexander von Humboldt und der Schriftsteller Thomas Mann. Derzeit gehören ihm 34 deutsche und 33 ausländische Mitglieder an, darunter Pina Bausch, Hans Magnus Enzensberger und Umberto Eco. Wenders ist der erste Filmschaffende, dem die Auszeichnung zuteil wurde.

Kunst & Ausstellung

Diskussion um Breker-Skulpturen

Verhüllung oder Abriss

Kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft sorgen die während der Nazi-Zeit vor dem Berliner Olympiastadion geschaffenen Skulpturen Arno Brekers für Unruhe. Lea Rosh, Initiatorin des Holocaust-Mahnmals, und der Schriftsteller Ralph Giordano fordern die Entfernung der monumentalen Plastiken. Eine Verhüllung reiche nicht aus, denn »das wäre geradezu symbolisch. Symbolisch dafür, wie Deutschland mit seiner Nazi-Vergangenheit umgegangen ist. Nämlich nicht konsequent genug.« Seit Jahren sind die bis zu sechs Meter hohen Skulpturen Anlass für Diskussionen über ihren Verbleib.

 

Literatur

Übersetzerpreis für Renate Schmidgall

Deutsch-polnischer Austausch

Im vergangenen Jahr entstand in Offenburg die Idee, künftig alle zwei Jahre Literaturübersetzer aus verschiedenen europäischen Ländern mit einem neuen »Europäischen Übersetzerpreis« zu ehren. Erste Trägerin der von der Hubert Burda Stiftung mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung ist Renate Schmidgall. Seit 1983 hat sie unter anderem Werke von Andrzej Stasiuk, Pawel Huelle, Stefan Chwin sowie von zahlreichen zeitgenössischen polnischen Lyrikern ins Deutsche übertragen und so zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Polen beigetragen.

Kunst & Ausstellung

Metropolitan Museum nach Berlin

Neue Großausstellung

   
© Wikipedia

Nach dem spektakulären Berlin-Besuch des New Yorker Museum of Modern Art möchte nun ein weiteres Ausstellungshaus der amerikanischen Metropole in der deutschen Hauptstadt für Furore sorgen. Das renommierte Metropolitan Museum wird von Ende Mai bis Ende September 2007 etwa 150 Kunstwerke des 19. und 20. Jahrhunderts in der Neuen Nationalgalerie präsentieren. Unter ihnen befinden sich Arbeiten von Vincent van Gogh, Claude Monet und Pablo Picasso. Nach Angaben des Vereins der Freunde der Neuen Nationalgalerie werde die Ausstellung rund zehn Millionen Euro kosten und vollständig ohne öffentliche Zuschüsse finanziert werden.

Literatur

Grimm-Preis für Günter de Bruyn

Sprachauszeichnung

Der Schriftsteller Günter de Bruyn erhält in diesem Jahr den mit 35.000 Euro dotierten »Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache«. Der 79-jährige gebürtige Berliner, der zu den maßgeblichen Autoren der DDR zählte, habe die geistige und sprachliche Einheit des Landes befördert und sich schon zu DDR-Zeiten kritisch und ironisch mit dem Leben in der DDR auseinander gesetzt. Er ist nach Rolf Hochhuth der zweite Schriftsteller, der mit dem Jacob-Grimm-Preis ausgezeichnet wird. Der von der Eberhard-Schöck-Stiftung und dem Verein Deutsche Sprache verliehene Preis wird am 21. Oktober in Kassel überreicht.

 

Film

Shohei Imamura gestorben

Cannes-Gewinner

Der japanische Filmregisseur Shohei Imamura ist am vergangenen Dienstag im Alter von 79 Jahren gestorben. Als Mitbegründer der japanischen Nouvelle vague gehörte der 1926 in Tokio geborene Imamura zu den wichtigsten Filmemachern seines Heimatlandes. Oft widmete er sich in seinen Filmen unbequemen und tabuisierten Themen, stets versuchte er, sich den Versäumnissen und Unzulänglichkeiten der japanischen Gesellschaft zuzuwenden. Zweimal - 1983 mit »Die Ballade von Narayama« und 1997 mit »Der Aal« - gewann er die Goldene Palme von Cannes. Großen Anklang fand auch sein Hiroshima-Film »Schwarzer Regen« (1989).

sr