16. Dezember 2005 Ausgabe 50/2005 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Kulturnachrichten

Das Wichtigste der Woche

Klassik

Elisabeth Schwarzkopf 90

Eine Stimme des Jahrhunderts

   
© N.N.

Am vergangenen Freitag feierte die große Sopranistin Elisabeth Schwarzkopf ihren 90. Geburtstag. Geboren in Jarotschin bei Posen, begann sie ihre sängerische Laufbahn 1938 in Berlin, wo sie als Blumenmädchen in Wagners »Parsifal« debütierte. Karl Böhm holte sie 1942 nach Wien und legte somit den Grundstein für ihre internationale Karriere, die sie nicht nur in alle großen Opernhäuser der Welt führen sollte, sondern auch auf ihren besonderen Qualitäten als Liedinterpretin gründete. Bis heute gibt sie ihr Wissen und ihr Kunstethos in Meisterklassen an junge Nachwuchssänger weiter.

Film

Gyula Trebitsch gestorben

Filmgeschichte

Der Filmproduzent Gyula Trebitsch ist am Montag im Alter von 91 Jahren in Hamburg gestorben. Der Wahlhamburger gehörte zu den zentralen Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits 1936 hatte der gebürtige Ungar seine erste Filmproduktionsgesellschaft gegründet. Während des Krieges Opfer nationalsozialistischer Verfolgung, gründete Trebitsch 1947 die »Real-Film«, das spätere Studio Hamburg. In den 1950er Jahren produzierte er Erfolgsfilme wie »Des Teufels General« mit Curd Jürgens oder »Der Hauptmann von Köpenick« mit Heinz Rühmann. Im Jahr 2000 erhielt Trebitsch den Deutschen Filmpreis in Gold.

 

Kunst & Ausstellung

Islamische Kunst im Internet

Größtes virtuelles Museum eröffnet

Auf der Website www.discoverislamicart.org präsentieren seit dem 09. Dezember 17 Ausstellungshäuser aus 14 Ländern Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens 1235 Exponate aus der Zeitspanne zwischen der ersten muslimischen Dynastie ab dem Jahr 661 und dem Ende des Osmanischen Reichs 1922. Das größte virtuelle Museum soll einen Einblick in das kulturelle Erbe der Mittelmeerregion ermöglichen. Initiator des Projekts ist die nicht-kommerzielle Organisation »Museum ohne Grenzen«, verwirklicht wurde es von zahlreichen Archäologen und Kunsthistorikern der beteiligten Nationen.

Literatur

Handschriften in Gefahr

Geldnot im Goethe- und Schiller-Archiv

   
© N.N.

Etwa ein Zehntel des wertvollen Handschriftenbestandes im Weimarer Goethe- und Schiller-Archiv ist in erheblichem Maße von Zerfall bedroht. Aufgrund jahrzehntelangen Nichtstuns belaufen sich die Kosten, die für die Instandsetzung der mehr als 100 vor Ort lagernden Nachlässe aufzubringen sind, mittlerweile auf etwa 72 Millionen Euro. Da das hierfür vorgesehene jährliche Budget des Archivs gerade einmal 10.000 Euro beträgt, sucht Direktor Jochen Golz nun Handschriften-Paten, um »den schleichenden und permanenten Zerfall« der wertvollen Archivalien aufzuhalten.

Literatur

Jean-Paul-Preis für Sarah Kirsch

Ehrung für das Lebenswerk

Die 1935 im Harz geborene Lyrikerin Sarah Kirsch ist mit dem Bayerischen Literaturpreis ausgezeichnet worden. Kirschs Lektor Stefan Meyer nahm den mit 15.000 Euro dotierten Preis anstelle der erkrankten Poetin entgegen, der die Ehrung nach Worten der Jury aufgrund ihrer besonderen Prägekraft für die zeitgenössische Dichtung der letzten Jahrzehnte zuteil wurde. Kirsch suche nach dem Elementaren und der archaischen Natur unter den Kaschierungen der Zivilisation. Zuletzt erschien ihr Erzählband »Kommt der Schnee im Sturm geflogen« (2005). Bisherige Träger des Jean-Paul-Preises waren unter anderen Friedrich Dürrenmatt und Botho Strauß.

 

Kunst & Ausstellung

Rekordpreis für Munchs »Madonna«

Teuerster Druck

Eine Lithografie des neben dem »Schrei« wohl bekanntesten Gemäldes aus der Werkstatt Edvard Munchs ist in Oslo für 625.000 Euro versteigert worden. Der um 1900 angefertigte, farbige Druck »Madonna - Liebendes Weib« ist damit das teuerste Munch-Werk dieses Genres, das je veräußert wurde, und übertraf den Schätzpreis das Auktionshauses um mehr als das Doppelte. Munch selbst hat das dem Druck zugrunde liegende Gemälde sehr geschätzt und sah im Gesicht seiner Gottesmutter »alle Schönheit dieser Welt« ebenso verkörpert wie die Vereinigung von Leben und Tod.

sr