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| Titel | Down in Albion |
|---|---|
| Band | Babyshambles |
| Label | Rough Trade Records |
| Veröffentlichung | 18. November 2005 |
| Preis | 16,99 Euro |
Inhalt
Sex, Drugs, Rock'n'Roll
Das titelgebende Albion ist ein alter Name für England. Sänger und Songschreiber Pete Doherty bezeichnet damit seit jeher seine persönliche Vorstellung des Landes, etwa in seinem Internettagebuch »Books Of Albion«. Als zentrale Idee durchzieht Albion nun auch das Debütalbum der Babyshambles. Die vordergründigen Themen der 16 Songs, die musikalische Einflüsse von den 1960er und den späten 1970er Jahren bis hin zum aktuellen Britpop aufweisen, sind Dohertys Todessehnsucht, Drogen, Sex und sein Gefühlshaushalt in allen Facetten.
Besonderheit
Nicht ausgefallen
Dass das Album der Babyshambles überhaupt fertig gestellt wurde, ist wohl die größte Überraschung. In der jüngsten Zeit fiel die Band eher dadurch auf, dass Konzerttermine im letzten Moment abgesagt wurden oder die Musiker einfach nicht erschienen, womit sie u.a. Oasis, für deren Vorprogramm sie engagiert wurden, verärgerten. Traten Babyshambles doch auf, zettelte Doherty schon mal eine Schlägerei an oder erbrach sich von der Bühne ins Publikum. Während der Aufnahmen zum Album war ihm eine mehrwöchige Ausgangssperre auferlegt.
Kritikenspiegel
Charme statt Perfektion
Die Kritiker zeigen sich weitgehend beeindruckt von »Down In Albion« - und kommen dabei nicht umhin, Pete Dohertys Lebenswandel zu skizzieren, der die Entstehung des Albums maßgeblich beeinflusst hat. »Doherty habe fürs Üben eben keine Zeit«, zitiert Richard Kämmerlings (FAZ) Bandmitglied Patrick Walden. Im Vergleich zu The Libertines sei das Album »noch unfertiger, hingerotzter, in seiner genialischen Selbstgewißheit aber auch arroganter«. Und trotz einiger peinlicher Ausrutscher beweise Doherty mit Songs wie »Pipedown«, »What Katy Did Next« oder »Albion« sein großes Talent. Für Michael Pilz (Die Welt) bedeuten die 16 Songs »weit mehr ... als erbärmliche Geschichten aus dem Leben eines Junkies. Die Musik wirkt auf den ersten Eindruck augenblicksbesessen und zerfahren wie ihr Schöpfer.« Sie schwanke zwischen »Größenwahn« und »ernstzunehmender Rockmusik«. Thomas Winkler (FR) erlebte beim Hören »seltsame Momente: Mancher Song beginnt mit so gewollt künstlerischen wie nervtötenden Intros aus schabenden Gitarren und obskuren Geräuschen, aber selbst diese kruden Augenblicke fügen sich ins Gesamtbild vom schlampigen Genie, das sich am ganz großen Wurf versucht, daran scheitert, aber doch immerhin eine neue persönliche Bestweite aufstellt.« Auch Axel Henrici (SZ) bewundert Dohertys Talent, das unabhängig von allen Skandalen »verdammt noch mal Respekt« verdiene. »Down In Albion« sei eine gute, eine »wild-transgressive«, »eine souverän unfertige« Platte. Und Hanspeter Künzler (NZZ) hörte »ein ebenso frustrierendes wie faszinierendes Album ... Die schlechte Aufnahmequalität hört auf zu ärgern, wenn man sich ihrem Charme öffnet.« Angesichts so vieler steriler, »durchgestylter« Alben sei dies ein »willkommenes Zeichen von Vitalität«.
Biografisches
Pete Doherty
*12.03.1979 in Hexham, England, ist ein talentierter Sänger, Gitarrist und Songschreiber, der allerdings immer wieder wegen Drogenmissbrauchs in die Schlagzeilen gerät. Bereits als Jugendlicher stellte Doherty seine Kreativität und sein dichterisches Können unter Beweis und gewann einen Poesiewettbewerb. Zusammen mit dem Sänger und Gitarristen Carl Barât gründete er die Band The Libertines, deren Debütalbum »Up The Bracket« (2002) gefeiert wurde. Dohertys Exzesse und drogenbedingte Ausfälle nahmen jedoch überhand, verschiedene Entziehungskuren brach er ab und The Libertines warfen ihn aus der Band. Schon vorher hatte Doherty eine Gegenband, zunächst unter demselben Namen, gegründet. Sie wurde schließlich Babyshambles getauft, veröffentlichte 2004 zwei Singles und nun ihr Debütalbum.
Ähnliche Werke
Schon Dohertys erster Band The Libertines wurde eine musikalische Nähe zu Bands wie The Kinks (z.B. »The Kinks Are The Village Green Preservation Society«, 1968), The Jam (z.B. »This Is The Modern World«, 1977) oder The Clash (z.B. »London Calling«, 1979) nachgesagt, und bei den Babyshambles ist das nicht anders. Der Vergleich mit The Clash liegt hier besonders nahe, denn deren Ex-Gitarrist Mick Jones produzierte zunächst The Libertines und nun die Babyshambles. The Libertines überzeugten vor allem 2002 mit ihrem Debütalbum »Up The Bracket«, das Publikum und Kritiker begeisterte. Im Zusammenhang mit Doherty fällt - nicht nur in musikalischer Hinsicht - häufig auch der Name Kurt Cobain (1967-1994), der mit Nirvana (z.B. »Nevermind«, 1991) Musikgeschichte schrieb.
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