18. November 2005 Ausgabe 46/2005 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Jazz & Pop

Madonna »Confessions on a dance floor«

Pop-Ikone singt und tanzt zum Discobeat

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  Warner Music  
© Warner Music

 

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Titel Confessions on a dancefloor
Interpret Madonna
Label Warner Music
Preis 16,99 Euro

Inhalt

Discobekenntnisse

Madonna kehrt zurück auf die Tanzfläche. Ihr neues Album löst ein, was der Titel ankündigt: »Confessions on a dance floor«. Alle Songs sind in Uptempo eingespielt, es gibt keine Balladen, die man beim Tanzen überspringen müsste. Zusammen mit ihrem neuen Produzenten Stuart Price (Les Rythmes Digitales, Zoot Woman) verbindet sie auf dem Album Zitate der 1980er Jahre, eingängige Beats, Elektrosequenzen, Synthi-Pop, House und Disco. »Future Disco« nennt Madonna selbst den Stil dieses Albums, dessen Texte gewohnt schamlos sind.

Besonderheit

Totalerneuerung?

Madonna ist bekannt für den ständigen Imagewechsel, der eindeutig zu ihrem Image gehört. Sie erfindet sich und ihre Musik stets neu und bleibt sich damit zugleich treu. Das neue Album nun wendet sich eher Altem zu, Discomusik mit Samples aus alten Hits. Dazu tritt Madonna im Aerobicsuit und mit Fönwelle auf. Was nur auf der derzeitigen Retrowelle zu schwimmen scheint, hat dennoch neues Potenzial. Und auch ein Skandal gehört dazu: Der Song »Isaac«, der angeblich einen Kabbala-Mystiker verehrt, erzürnte bereits die Rabbiner.

Kritikenspiegel

Madonnas Kerngeschäft

Madonnas neues Album wird bejubelt. Einzig Elke Buhr (FR) und Ueli Bernays (NZZ) schlagen etwas zurückhaltendere Töne an. Madonna werde »den alten Ansprüchen nicht mehr gerecht«, stellt Ueli Bernays (NZZ) fest. Stuart Price brachte die Stücke jedoch »in einen bruchlosen musikalischen Fluss« und »Madonna markiert ... Selbstsicherheit und Nonchalance«. »Ein gelungener Spagat zwischen der Alten und der Neuen Welt«, konstatiert Ralph Geisenhanslüke (Die Zeit). Madonna hat sich auf »ihre Kernkompetenz und wichtigste Erfolgsformel« konzentriert: »den Beat«. Und das Ganze »ohne Message ..., das ist mal eine Erleichterung«. Adriano Sack (WamS) hält das Album für »zutiefst nostalgisch - und trotzdem radikal ..., es ist ein erstaunlich unverkrampftes Zeugnis einer immer noch abrufbaren Hysterie«. »Knietiefen Prollfloor made in 1979« hörte Harald Fricke (taz). Man merke, »wie sehr zumindest Price ein Fan jener feinen Dancefloor-Ironie der Pet Shop Boys« sei. Tobias Kniebe (SZ) glaubt, »dies könnte das Tollste sein, was Madonna seit zwanzig Jahren gemacht hat!« »Wenn wieder Musik möglich ist, die so brilliant, überzeugend und unverfroren auf die mächtigsten und niedrigsten Instinkte des Dancefloors zielt, was soll dann bitte die Verzagtheit des herrschenden Gefrickels? Es geht um Direktheit und unentschuldbaren Spaß.« Das Ergebnis seien »Momente des reinen musikalischen Glücks«. »Sie malt die Nacht mit Licht an«, titelt Dietmar Dath (FAZ). »Die Künstlerin setzt bewußt und strahlend verbissen auf den ununterbrochenen mächtigen Trommelherzschlag; nur wer erlebt hat, wie da über sechsundfünfzig Minuten lang erbarmungslos durchgeheizt wird, darf hinterher geschafft zusammensinken und atemlos hauchen: Ja, das ist es, darauf hat die Welt gewartet.«

Biografisches

Madonna Louise Ciccone

*16.08.1958 in Bay City, USA, ist Sängerin und Pop-Ikone. Ihre beispiellose Karriere begann Anfang der 1980er Jahre. Mit der Single »Holiday« aus dem Debütalbum »Madonna« (1983) schaffte sie den Sprung in die Charts. Von da an ging es bergauf. Immer wieder im Lauf ihrer Karriere schockte Madonna mit provozierenden Auftritten, etablierte sich als Sexsymbol. Mit jedem Album erfindet sie sich neu: neuer Look, neue Musik, neue Botschaft. Sie setzt konsequent Maßstäbe und Trends, sammelt Skandale sowie Preise. Einzig als Schauspielerin scheitert sie regelmäßig. Als Autorin von Kinderbüchern (»Die Englischen Rosen« u.a.) ist sie seit 2003 allerdings erfolgreich. Inzwischen ist Madonna ruhiger und skandalärmer geworden, wohnt mit ihrem Mann und den zwei Kindern in England.

Ähnliche Werke

Zahlreiche Künstlerinnen orientieren sich an Madonnas Maßstäben. Das gilt nicht nur in musikalischer Hinsicht. Auch ihre Auftritte und Skandale werden zu kopieren versucht. Erfolgreiche Sängerinnen wie Britney Spears (z.B. »In The Zone«, 2003), Christina Aguilera (z.B. »Stripped«, 2002), Gwen Stefani (z.B. »Love. Angel. Music. Baby.«, 2004), Kylie Minogue (z.B. »Body Language«, 2003) oder Jennifer Lopez (z.B. »Rebirth«, 2005) zählen Madonna zu ihren Vorbildern. Die Popularität ihrer jüngeren Kolleginnen Spears und Aguilera nutzte Madonna für neue Schlagzeilen, als sie die beiden bei einem gemeinsamen Auftritt bei den MTV Awards 2003 küsste. Als seltenes Zugeständnis spielte Madonna mit Britney Spears im selben Jahr auch ein Duett ein: »Me Against The Music«.

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