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Film

»Wallace und Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen«

Hochgelobtes Knetmännchenabenteuer

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Titel Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen
Regie Steve Box und Nick Park
Drehbuch Nick Park
Land Großbritannien
Verleih United International Pictures
FSK ab 6 Jahren
Länge 85 Minuten
Filmstart 13. Oktober 2005

Inhalt

Liebenswerte Kaninchenjäger

Der verrückte Erfinder Wallace betreibt mit seinem stets besorgten Hund Gromit einen Schädlingsbekämpfungsdienst. Als der örtliche Gemüsewettbewerb unmittelbar bevorsteht, fallen gierige Kaninchen über die Kleinstadt her. Zur Rettung des liebevoll gezüchteten Gemüses entwickelt Wallace eine Maschine, die seine eigene Abneigung gegen Grünzeug auf die Nager übertragen soll. Er scheitert damit jedoch gänzlich, und am Ende wächst bloß sein eigener Appetit auf Gemüse. Zudem taucht plötzlich ein gigantisches Kaninchen auf, gegen das auch keine Falle mehr hilft.

Besonderheit

Alles Handarbeit

Um Wallace und Gromit zum Leben zu erwecken, wurde im englischen Aardman-Studio Stop-Motion-Animation benutzt. Das bedeutet, dass die Figuren für jedes einzelne Bild ein winziges Stückchen vor der Kamera bewegt werden, um eine Bewegungsphase zu belichten. Mit dieser aufwändigen Methode schafften Nick Park und seine Helfer pro Tag etwa zehn Sekunden Film. Ganz computerrein ist »Wallace und Gromit« allerdings nicht: Die Kaninchen wirbeln stellenweise mit elektronischer Unterstützung durch die Luft.

Kritikenspiegel

Einmütiges Lob

Auf den unterschiedlichsten Ebenen können die Kritiker »Wallace und Gromit« etwas abgewinnen. Susan Vahabzadeh (SZ) findet, das Schöne an dieser künstlichen Welt sei, dass sie »durchaus eine Vorstellung davon (hat), was funktioniert und was unmöglich ist – sie hat eine eigene Natur, bloß ist es nicht unsere«. Für völlig erwachsenengeeignet hält die Kritikerin den Film auch deshalb, weil er »aller Albernheiten zum Trotz ... eine eigene Ästhetik (habe), künstlerisch einzigartig und ausgesprochen einfallsreich« sei. Jens Jessen (Die Zeit) bewundert vor allem, dass es dem Film »im Medium dieser zunächst nur erheiternden Großkinderei« gelinge, »die ewigen Menschheitsthemen zu gestalten«, »einschließlich metaphysischer Abgründe«. Die Ausstattung sei »bis ins letzte Klümpchen ein Leckerbissen«, schwärmt auch Thomas Binotto (NZZ), »die Tonspur eine Sinfonie«. Als »eine reine Freude«, bezeichnet den Film Andreas Platthaus in der FAZ: »Einerseits wegen der Liebe zum Detail, die noch die kleinste Einstellung prägt; andererseits durch das aberwitzige Drehbuch.« Gelobt wird vielerorts die Herstellung des Films in minuziöser Handarbeit. So stellt Dominik Kamalzadeh (Standard) fest: »2,8 Tonnen Plastilin erweisen sich hier digitalen Techniken mindestens als ebenbürtig.« Als Star des Films geht in den Feuilletons klar die treue Hundeseele Gromit hervor. Er habe »Charisma pur«, schwärmt z.B. Thomas Binotto (NZZ), wie es nur »die ganz großen vom Schlage eines Marlon Brando haben«. Und Hanns-Georg Rodek (Die Welt) schlägt sogar vor, »ein neues Ehrenmitglied in die Ahnengalerie der großen sprachlosen des Kinos aufzunehmen. Erst Chaplin, dann Keaton, die Garbo – und nun Gromit«.

Biografisches

Nick Park

*06.12.1958 in Preston, Lancashire (England), teilte sich die Arbeit an Drehbuch und Regie von »Wallace und Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen« mit Steve Box, mit dem er schon früher Animationsfilmprojekte realisierte. Die zwei Titelhelden obliegen aber Parks eigener Schöpfung: Er erfand sie bereits, als er noch Student war. In Kurzfilmen haben Wallace und Gromit zuvor Schafe vor einer Konservenfabrik bewahrt (»Wallace und Gromit unter Schafen«, 1995), den Kampf gegen betrügerische Pinguine gewonnen (»Die Techno-Hose«, 1993) und die hauseigene Käseversorgung sichergestellt (»Alles Käse«, 1989). In Spielfilmlänge zeigten Nick Park und Steve Box 2000 »Chicken Run - Hennen rennen«, in dem Hühner den kühnen Versuch unternehmen, aus einer Legebatterie zu entkommen.

Bezugspunkte

Der Film ist voll von Zitaten aus der Geschichte fantastischer Filmwelten. So verweist Wallace' Verwandlung auf die Geschichte von Frankenstein. Außerdem sehen die Rezensenten in »Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen« Zitate aus Klassikern wie »King Kong«, »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« und Fritz Langs »Metropolis«. Diese Verweise sind jedoch in einen trickfilmtypischen Aberwitz gesteigert, der an die Warner-Cartoons der 1940er Jahre erinnert. In krassem Gegensatz dazu stehen die von ländlich-britischer Behaglichkeit geprägten Dekors, an deren Entwurf auch der deutsche Zeichner Michael Sowa mitgewirkt hat. Das »Wallace und Gromit«-Studio in Bristol sorgte in den vergangenen Tagen übrigens abermals für Schlagzeilen: Ein Brand im Lagerhaus zerstörte das gesamte Requisiten-Archiv.

af