14. Oktober 2005 Ausgabe 41/2005 zurück blättern | Kurzüberblick | Inhalt | weiter blättern
Jazz & Pop

Robbie Williams live in Berlin

Der Popstar stellt sein neues Album vor

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  EMI Music  
© EMI Music

 

Velodrom

Paul-Heyse-Straße 26
10437 Berlin

Künstler Robbie Williams
Info Ein Mitschnitt des Konzerts wird am 20. Oktober 2005 ab 23.00 Uhr auf Pro Sieben ausgestrahlt. Das neue Album »Intensive Care« ist ab dem 21. Oktober 2005 im Handel.

Inhalt

Überraschungspaket

Drei Jahre nach der Veröffentlichung seines letzten Studioalbums »Escapology« und der Trennung von seinem Songschreiber Guy Chambers trat Robbie Williams in Berlin auf die Konzertbühne, um erstmals Songs seines demnächst erscheinenden Albums »Intensive Care« vorzustellen. Zusammen mit seinem neuen Co-Autor Stephen Duffy hat Williams auf diesem Album offenbar neue Töne angeschlagen. Im ausverkauften Velodrom präsentierte er sich in anderthalb Stunden vor 8.000 Zuschauern einmal mehr als wortgewandter Entertainer.

Besonderheit

Einziges Europakonzert

Abgesehen von kleineren Geheimkonzerten in London, Paris und Amsterdam trat Robbie Williams einzig in Berlin auf die Bühne, um live einige seiner neuen Songs zu präsentieren. Damit die Fans anderer Länder aber nicht leer ausgehen mussten, wurde das Konzert live auf zahlreiche Kinoleinwände Europas übertragen. Für zusätzlichen Medienrummel sorgte die Pressevorführung des Albums einen Tag zuvor, bei der die Journalisten die Songs lediglich mittels eines neuen Abspielmediums des ebenfalls neuen Sponsoren zu hören bekamen.

Kritikenspiegel

Abstieg zum Gewöhnlichen

Die Presse zeigt sich sichtlich enttäuscht von Robbie Williams' Auftritt in Berlin sowie seinem Album, obwohl die aktuelle Single »Tripping« durchaus gefällt. Christoph Dallach (Der Spiegel) allein berichtet positiv, und zwar von dem Vorkonzert in London, auf dem Williams »der Druck anzumerken« war. Die zwölf Songs des neuen Albums bezeichnet Dallach als »inspiriert und irre«, aber »durchaus anspruchsvoll«. Dirk Peitz (SZ) findet die Platte »bei einmaligem Hören eher lau«. Von dem Konzert in Berlin berichtet Peitz (SZ) in einem zweiten Artikel, in dem er schreibt: »Es wurde ein Konzert wie keines zuvor von Robbie Williams. Es war glatt. Perfekt, unaufgeregt, emotionslos.« Damit müsse man wohl »vom alten Robbie Williams Abschied nehmen«. Von »stilistischer Beliebigkeit« auf dem neuen Album schreibt Christian Schachinger (Der Standard), sichtlich resigniert. Stephen Duffy scheine mit den Songs »aus dem Theaterfundus eines 80er-Jahre-Yuppie-Musicals mit dem Arbeitstitel 'American Psycho in Love' allerlei zusammengeklaubt« zu haben. Zudem klängen die Songs »in ihrer live mit Rockband, Streichern und Gospelchor überfrachteten Größenwahnsinnigkeit dann auch so, als ob sich hier jemand wehmütig an die schönste Zeit seines Lebens zurückerinnern wolle«. Peter Richter (FAZ) berichtet von »hochgradig ambivalenten Eindrücken« auf dem Konzert von Williams, »das ungeheuer kurz war, und, noch ungeheuerlicher, trotzdem Längen hatte«. »Es war ... ein insgesamt recht angenehmer Abend, aber das ist natürlich ein bißchen wenig, gemessen an den überwältigenden Ereignissen, die seine Konzerte früher einmal waren.« Selbst das »völlig zu Recht an der Spitze der deutschen Charts stehende 'Tripping' ... verlor unter Live-Bedingungen deutlich an Eleganz«.

Biografisches

Robbie Williams

*13.02.1974 in Stoke-On-Trent, Großbritannien, gilt als einer der erfolgreichsten britischen Sänger und Entertainer. Seine Karriere begann Williams Anfang der 1990er Jahre in der Boygroup Take That. Nach seinem Ausstieg (1995) und verschiedenen Drogen- und Alkoholexzessen brachte er mit einem George-Michaels-Cover (»Freedom«) 1996 seine erste Single auf den Markt, die nur mäßig erfolgreich war. Ein Jahr später erschien Williams' erstes Soloalbum, »Life Thru A Lens«, das mit der Ballade »Angels« das Fundament für seine von da an steile Karriere bildete. Mit dem Swing-Cover-Album »Swing When You're Winning« (2001) konnte der Sänger auch die Kritiker überzeugen. Nach dem Erfolg des letzten Studioalbums »Escapology« (2002) trennte sich Williams von seinem Songschreiber Guy Chambers.

Ähnliche Werke

Auch wer das Konzert von Robbie Williams in Berlin nicht live oder in einem Kino verfolgen konnte, muss nicht leer ausgehen. Am 20. Oktober zeigt ProSieben einen Mitschnitt davon im Fernsehen. Seine Bühnenperformance vergleicht Williams selbst mit der von drei ganz Großen im Pop-Geschäft: Freddie Mercury, Tina Turner und Mick Jagger. Wer sich mehr für die Musik des Konzerts interessiert, kann sich ab dem 21. Oktober natürlich das neue Album »Intensive Care« anhören. Mitverantwortlich für die Songs darauf ist Co-Autor Stephen Duffy, der als früheres Gründungsmitglied von Duran Duran nun vor allem mit seiner Band The Lilac Time Alben herausbringt, zuletzt 2003 »Keep Going«. 2002 veröffentlichte Duffy zusammen mit Nick Rhodes »The Devils - Dark Circles«.

kq